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Matthew's Corporate Vision among the Greco-Roman Associations.

Matthew's Corporate Vision among the Greco-Roman Associations.

・ISBN 978-3-16-200312-6 Brosch. EUR 90.00

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著者・編者Kilgore, Rodney,
シリーズWissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament 2. Reihe
出版社(Mohr, GW)
出版年月2026.09
ページ数280 S.
言語ENG
ニュース番号<773-214>

解説

Seit dem Aufkommen sozialwissenschaftlicher Exegese in der neutestamentlichen Forschung und dem wachsenden Interesse an Sozialgeschichte, insbesondere seit den 1970er Jahren, ist der heuristische Wert griechisch-römischer Vereinigungen und ihrer Inschriften für die Rekonstruktion der sozialen Wirklichkeiten hinter den Texten des Neuen Testaments zunehmend erkannt worden. Besonders die paulinischen Briefe sind intensiv im Horizont der Forschung zu Vereinigungen analysiert worden. Demgegenüber sind die kanonischen Evangelien bislang seltener unter Berücksichtigung einschlägiger Quellen untersucht worden. Rodney Kilgore trägt zur Schließung dieser Forschungslücke bei, indem er die soziale Vision des Matthäusevangeliums im Kontext der vielfältigen (und mitunter auch konvergierenden) sozialen Leitvorstellungen der Vereinigungstexte analysiert. Methodisch verbindet er Vergleich und historische Analyse, um drei soziale Leitmotive zu untersuchen, die sowohl für das Matthäusevangelium als auch für Vereinsquellen zentral sind: 1) Ehre, Status und Hierarchie; 2) Erfahrung und Interaktion mit dem Göttlichen; und 3) Verhaltenserwartungen. In der Erörterung dieser Motive arbeitet der Autor Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus und zeigt auf, inwiefern das Matthäusevangelium seine ersten Adressaten - von denen viele vermutlich durch Vereinigungen geprägt waren - herausforderte und tröstete abstieß und anzog, irritierte oder an ihre Erfahrungen anknüpfte. Abschließend argumentiert er, dass das Matthäusevangelium einerseits mit zentralen Elementen der Gemeinschaftserfahrung des 1. Jahrhunderts korrespondiert (etwa dem gemeinsamen Streben nach Gottesbegegnung und den dafür entwickelten Strategien), andererseits jedoch deutliche Divergenzen aufweist (etwa im spezifischen Umgang mit Ehre und Status). Für viele, insbesondere aus einem nichtjüdischen Hintergrund, dürfte die Botschaft daher in mancher Hinsicht befremdlich, in anderer jedoch durchaus vertraut gewirkt haben.