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Das Recht der Reformation in Frankreich und die Vollendung des modernen Staates.
・ISBN 978-3-16-163298-3 Geb. EUR 104.00
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電子版あり 大学・学術機関向け電子ブック(eBook)ISBN 978-3-16-163299-0
| 著者・編者 | Schmoeckel, Mathias, |
|---|---|
| 出版社 | (Mohr, GW) |
| 出版年月 | 2024.04 |
| ページ数 | 340 S. |
| 言語 | GER |
| ニュース番号 | <719-448> |
解説
Die franzoesische Rechtsgeschichte ist in Deutschland noch immer zu wenig bekannt: Die Erfindung der Gewaltentrennung wird Montesquieu zugeschrieben, nicht Claude de Seyssel, der dies aufgrund der Abnabelung der franzoesischen Kirche von Rom um 1515 erstmals vertrat. Der Beginn der Diskussionen zur Verfassung und von Grundrechten liegt nicht im 18. Jahrhundert, sondern bei Jean Calvin bzw. dem Schock nach dem Bartholomaeusnacht-Massaker. Ziel war der Erhalt des Koenigreichs unter einem Monarchen, der den verschiedenen Religionen als Rechtsgemeinschaften ebenso wie den Buergern durch Recht gesicherte Moeglichkeiten eines sicheren Lebens in Religionsvielfalt versprach. Mathias Schmoeckel analysiert das Vordringen der Reformation in der Rechtsordnung und Jurisprudenz, analysiert den Begriff "mos gallicus", und beschreibt dann die Veraenderungen des franzoesischen Rechts in Bezug auf die Methoden und Quellen der Rechtswissenschaftler sowie die Auswirkungen auf die Religions- und Staatsordnung sowie ausgewaehlte Fragen des Zivil- und Strafrechts. Er zeigt, dass das "goldene Zeitalter" der franzoesischen Jurisprudenz durch Guilleaume Farel und Calvin im Sinne einer "Reformation des Lebens" entwickelt wurde, um die herkoemmliche Rechtsordnung zu ueberdenken und feste Rechte fuer Katholiken und Protestanten gleichermassen zu gestalten. Dabei wirkten insbesondere die methodischen Anregungen des Philipp Melanchthon; die Juristen um ihn waren bekannt und wurden herangezogen, um sie weiterzuentwickeln. Die Auseinandersetzung mit dem Humanismus ging auch in Frankreich eine Verbindung mit der Reformation ein und fuehrte zu einer neuen Wertschaetzung der lokalen Rechtstraditionen. Alle Zweige der Rechtswissenschaft entwickelten neue Anregungen und bedeutende Literatur, die fuer die weitere juristische Entwicklung in Europa grundlegend wurden. Die insoweit fast unbekannte franzoesische Reformation tritt hier in ihrer Bedeutung fuer die europaeische Geistesgeschichte und Staatsentwicklung in den gleichen Rang neben die deutsche und die englische Reformation.