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Ueber die Herausforderung der Verschiedenheit und die neue Wertereligion.

Ueber die Herausforderung der Verschiedenheit und die neue Wertereligion. Uebersetzt von D. Schumann.

・ISBN 978-3-16-163528-1 Geb. EUR 34.00

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電子版あり 大学・学術機関向け電子ブック(eBook)ISBN 978-3-16-163529-8

著者・編者Seligman, Adam B. / Woodhead, Linda, / Übersetzt von D. Schumann
シリーズLucas-Preis
出版社(Mohr, GW)
出版年月2024.04
ページ数200 S.
言語GER
ニュース番号<719-171>

解説

In ihren Festreden anlaesslich der Verleihung des Dr. Leopold Lucas-Preises des Jahres 2020 stellen Adam B. Seligman und Linda Woodhead ihre unterschiedlichen Ansaetze zum Zusammenhang von Religion und Gesellschaft praegnant und anschaulich dar. Seligman zeichnet aus sozialpsychologischer Perspektive nach, wie das Zugehoerigkeitsgefuehl zu einer Gruppe konstruiert und erlernt wird. Da gesellschaftlich geformte Kategorien die Selbst- und Weltwahrnehmung praegen, fordert die Begegnung mit Angehoerigen anderer Gruppen immer auch die eigene Selbstwahrnehmung heraus und kann Unbehagen ausloesen. Er problematisiert verschiedene gaengige Strategien, dieses durch Differenzerfahrung ausgeloeste Unbehagen aufzuloesen und plaediert schliesslich dafuer, dass Angehoerige verschiedener Religionsgemeinschaften in einer religioes pluralistischen Gesellschaft dazu bereit sein muessen, dieses Unbehagen auszuhalten und sich eines Urteils ueber die Weltsicht der anderen zu enthalten. Linda Woodhead befasst sich in ihrer Rede mit dem Bedeutungsverlust christlicher Religion in den liberalen Demokratien des Westens. Dieser Bedeutungsverlust ist nach ihren soziologischen Forschungen nicht gleichzusetzen mit einem Ende der Religion, vielmehr uebernehmen moralische Werte Funktionen der Religion. Diese Religion der Werte zeichnet sich durch einen Fokus auf Selbstverwirklichung aus, waehrend altruistische Wertvorstellungen parallel zum Christentum an Bedeutung verlieren. Die historischen Wurzeln fuer diese Entwicklung sieht Woodhead in einer zunehmenden Moralisierung des Christentums, die Religion stark oder ausschliesslich ueber Werte definiert. In der Folge absorbieren Wertueberzeugungen Funktionen der Religion, praegen das Identitaetsgefuehl und Wahrnehmungen der Zusammengehoerigkeit und Differenz. Dagegen koennen viele spirituelle Beduerfnisse weder von den moralisierten Religionen noch von der neuen Wertereligion erfuellt werden. Dadurch laesst sich das (Wieder-)Auftauchen vieler spiritueller und magischer Praktiken erklaeren.