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Gut, dass wir einmal die hot potatoes ausgraben

Gut, dass wir einmal die hot potatoes ausgraben : Briefwechsel mit Theodor W. Adorno, Ernst Bloch, Max Horkheimer, Herbert Marcuse und Helmuth Plessner. Hrsg. von R. Ellensohn u. a.

・ISBN 978-3-406-79164-2 Geb. EUR 38.00

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著者・編者Anders, Günther, / Hrsg. von R. Ellensohn u. a
出版社(Beck, GW)
出版年月2022.10
ページ数368 S.
言語GER
ニュース番号<679-100 679-47>

解説

Der Band versammelt Guenther Anders’ bislang unveroeffentlichte Briefwechsel mit Philosophen aus ihm nahestehenden Denktraditionen: mit Plessner, einem Hauptvertreter der philosophischen Anthropologie, mit Adorno, Horkheimer und Marcuse, die aus der ersten Generation der Frankfurter Schule stammen, sowie mit Bloch, der wie Anders der Kritischen Theorie zwar nahestand, aber dennoch ein "Outsider" blieb. Diese Zusammenstellung macht einen wichtigen Prozess der intellektuellen Umorientierung nachvollziehbar, der Anders von seiner fruehen, eher unpolitischen Anthropologie hin zu einer philosophischen Kultur- und Gesellschaftskritik gefuehrt hat. Anders teilt mit diesen Denkern nicht nur eine weitreichende biografische Gemeinsamkeit ? die historischen Erfahrungen der Vertreibung aus NS-Deutschland, der Entfremdung vom juedisch-deutschen Milieu und der Shoah. Er teilt mit ihnen auch das Anliegen, als Antwort auf diese Erfahrungen eine konkrete, nicht-akademische und engagierte Philosophie zu entwickeln. Wie umstritten die Verwirklichung dieses Ziels unter den genannten Philosophen ist, dokumentieren ihre Briefe: Gerade im Streitgespraech mit Adorno werden die Bruchlinien zwischen universitaerer Theorie und politischer Praxis, zwischen akademischer und eingreifender Philosophie zum Thema. In einem Brief an Marcuse spricht Anders vom Philosophen als dem "grundsaetzlich Anstoessigen", waehrend er in einem anderen Brief betont: "man kann sich nicht fuer Widerspruch bezahlen lassen". Von diesen hohen moralischen Anspruechen an Intellektuelle und Schreibende, dem Gestus der Unnachgiebigkeit und Kompromisslosigkeit in der Sache, zeugen die Briefe in diesem Band. Neben biografischen und zeithistorischen Aspekten machen sie vor allem auch ein Stueck Philosophiegeschichte erfahrbar, mithin das Denken und Handeln einer Generation von Intellektuellen, welche die Politik und Kultur Nachkriegseuropas entscheidend praegte.