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Studien zu Niederkirchen im Bistum Passau

Studien zu Niederkirchen im Bistum Passau : Fuenfzehn Kirchen im heutigen Bezirk Zwettl im Waldviertel.

・ISBN 978-3-339-11456-3 Brosch. EUR 75.80

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著者・編者Sagaischek, Franz A.,
シリーズStudien zur Geschichtsforschung des Mittelalters
出版社(Kovac, GW)
出版年月2020
ページ数142 S.
言語GER
ニュース番号<658-L4290 658-P8033>

解説

Eine Betrachtung des Begriffs der ?Pfarre“ zeigt, dass er bis in das 11.Jahrhundert aufgrund der Quellenlage und wegen des bestehenden Eigenkirchenwesens nicht zutreffend ist. Gotteshaeuser, gleich, ob von geistlichen oder weltlichen Stiftern errichtet, dienen zu jener Zeit der Seelsorge des zur Grundherrschaft gehoerenden Personenverbandes. Charakteristika der Grundherrschaft treffen auch fuer die Kirchenherrschaft zu und bestehen unter anderem darin, dass der Grundherr alle Verfuegungsrechte ueber das auf seinem Boden Errichtete hat. Damit wird das Gotteshaus zu einer Eigenkirche des Erbauers. Die Errichtung einer Eigenkirche und die Uebereignung von Vermoegen bringen Vorteile: Materielle Einkuenfte koennen gesteigert werden, als kirchliches Sondergut angelegter Besitz wird besser als anderer abgesichert, insbesondere bei Erbteilungen. Somit gehoeren die grundherrschaftlichen Kirchenstiftungen bereits zu jenen im Mittelalter ueblichen frommen Stiftungen, die den Stifter nicht nur weniger kosten, sondern ihm auch noch materiellen Nutzen bringen. Der Bischof anerkennt die weltlichen Grundherren und manche der geistlichen Kirchenherren als Partner, auch als Wirtschaftspartner an. Aufgrund kanonischer Bestimmungen fuer eine Kirchengruendung kommt dem Dioezesanbischof von vornherein grosse Einflussmoeglichkeit zu. Erst gegen Ende des 11.Jahrhunderts kann von einem Aufbau einer Pfarrorganisation gesprochen werden, der sich dann ueber etwa zweihundert Jahre erstreckt. Diesen Prozess treiben zunaechst die Passauer Bischoefe voran, die von den deutschen Herrschern dabei unterstuetzt werden. Der Einfluss des Adels kann bei dieser Entwicklung laengere Zeit hindurch geringgehalten werden. Ab dem 12.Jahrhundert setzen sich weltliche und andere geistliche Institutionen, insbesondere Kloester, bei Pfarrgruendungen allmaehlich durch. In dieser Abhandlung sollen Studien zum Niederkirchenwesen im Gebiet des heutigen Bezirkes Zwettl in Niederoesterreich dargestellt werden. Exemplarisch sollen vor allem die Bestrebungen hinsichtlich architektonischer Veraenderungen im Zusammenhang mit den historischen Daten aufgezeigt werden. So haben Besitzerwechsel oder Katastrophen fast durchwegs auch zu baulichen Massnahmen gefuehrt. Die typologische Betrachtung beschraenkt sich auf die ausgewaehlten fuenfzehn Kirchen in der Region um Zwettl und kann daher keine allgemeinen Schlussfolgerungen hinsichtlich der Bevorzugung eines Typus zulassen. Insgesamt soll die Studie einen Beitrag zur Erforschung der bodenstaendigen Sakralarchitektur im Waldviertel bilden.