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商品詳細
Juedisches Leben im Rahmen der sich wandelnden politischen Landschaft Oesterreichs von 1867 bis 1938.
・ISBN 978-3-339-11270-5 Brosch. EUR 66.80
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★★★
| 著者・編者 | Wallenstorfer, Richard, |
|---|---|
| シリーズ | Schriften zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte |
| 出版社 | (Kovac, GW) |
| 出版年月 | 2020 |
| ページ数 | 112 S. |
| 言語 | GER |
| ニュース番号 | <656-2257 656-L2626> |
解説
Im Zuge der Entwicklung des Habsburgerreichs zu einer europaeischen Grossmacht steigt der juedische Bevoelkerungsanteil in Oesterreich, vor allem durch territoriale Zugewinne, deutlich an. Dabei weisen die kulturell und gesellschaftlich unterschiedlich gepraegten und zum Teil betraechtlich voneinander entfernten Siedlungsgebiete der Monarchie keine einheitliche juedische Kultur auf. Ein Umstand, der immer wieder auch zu bestimmten Spannungen innerhalb der juedischen Community selbst fuehrt. Waehrend die eher streng glaeubigen und aermlichen Ostjuden in ghettoisierten Parallelgesellschaften leben, sind Juedinnen und Juden insbesondere im Wiener Buergertum gut integriert und spielen in militaerischen Leitungsfunktionen eine massgebliche Rolle. Wobei sich zeigt, dass die vermehrte staatliche Toleranz und gesellschaftliche Anerkennung der juedischen Bevoelkerungsteile zu einer erstarkenden Identifikation von Juedinnen und Juden mit Oesterreich fuehrt, welche, vor allem auch beim Militaerdienst, bis zum Patriotismus reicht. Die gesellschaftliche und rechtliche Position von Juedinnen und Juden in Oesterreich steht dabei in enger Wechselbeziehung zu den jeweiligen staatlichen, sowie politischen Machtverhaeltnissen, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und ideologischen Stroemungen. So fuehrt die oesterreichische Niederlage im Deutschen Krieg von 1866, und die damit einhergehende Schwaechung des Absolutismus, zu einer Rechtslage, welche die Emanzipation der juedischen Bevoelkerung in Oesterreich beguenstigt. Dazu tragen auch die zu dieser Zeit allgemein in Europa gegebenen Gleichberechtigungsbestrebungen bei. Umgekehrt fuehren die existentiellen Noete und Aengste der Bevoelkerung in der Zwischenkriegszeit, nach dem Ersten Weltkrieg, zur vermehrten Ablehnung der juedischen Bevoelkerungsteile in Oesterreich, welche die bisher religioes gepraegten Erscheinungen eines Antijudaismus in eine ethnisch motivierte Diffamierung umschlagen laesst, die schliesslich im Holocaust gipfelt. Das Buch befasst sich auf dieser Grundlage zentral mit der soziokulturellen Situation und Integration der juedischen Bevoelkerung Oesterreichs von der Kaiserzeit bis zum autoritaeren Bundesstaat; wobei insbesondere Zusammenhaenge zwischen politischer Verfasstheit und sozialem Status, die Rolle der Juden in der oesterreichischen Armee, konfessionelle und soziale Spannungen innerhalb der vielschichtigen juedischen Community und die jeweiligen antisemitischen Tendenzen dargestellt und eroertert werden. Durch die verknuepfende Herangehensweise in der Betrachtung der Wechselbeziehungen von politischen Lagen, rechtlichen Grundlagen und gesellschaftlichen Gegebenheiten sollen neue Einsichten zur Entwicklung der juedischen Sozietaet in Oesterreich eroeffnet werden.