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Katholizismus und Politik in Nachkriegsdeutschland

Katholizismus und Politik in Nachkriegsdeutschland : Erzbischof Lorenz Jaeger und die politischen Parteien zwischen 1945 und 1955.

・ISBN 978-3-339-11160-9 Ppbk. EUR 76.90

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著者・編者Geidner, Florian,
シリーズStudien zur Zeitgeschichte
出版社(Kovac, GW)
出版年月2019
ページ数152 S.
言語GER
ニュース番号<654-L4733 654-P8277>

解説

Im Jahre 1945 lag Deutschland in Truemmern. Millionen waren heimatlos und die Verwaltung war weitgehend zum Erliegen gekommen. In kleinen Kreisen begannen zwischen den Ruinen zerstoerter Staedte und hypertropher Herrschaftstraeume die Gespraeche ueber eine neue politische Ordnung. An diesen Zirkeln beteiligten sich oftmals auch katholische Geistliche, indem sie etwa Kontakte herstellten oder die Gespraeche einleiteten. Die katholische Kirche selbst hatte als einzige Grossinstitution den Krieg weitgehend intakt ueberstanden, trotz der Vielzahl an getoeteten Ordensleuten und Priestern. Fuer einen kurzen Moment mochte es scheinen, dass sie die ?Siegerin in Truemmern“ darstelle. Die Spitzen der Kirche, die Bischoefe, gaben sich Hoffnungen hin, der kuenftige Staat werde auf der Grundlage des Christentums errichtet. In jedem Falle sollte die Kirche aber einen bedeutenden Platz darin einnehmen. Von derartigen Hoffnungen und Erwaegungen war auch der Paderborner Erzbischof Lorenz Jaeger (1892?1975) erfuellt. Beteiligte er sich auch selbst nicht an den Initiativen zur Gruendung der CDU in seiner Bischofsstadt, so wirkten Priester seines engeren Umfeldes doch massgeblich dabei mit. Der Erzbischof hielt sich im Hintergrund. Mit der Neugruendung der Zentrumspartei entstand 1945 eine politische Kraft in Westfalen, die mit der CDU um dieselbe katholische Waehlerschaft und die Gunst bei den Kirchenoberen rang. In der politischen Auseinandersetzung zwischen Zentrumspartei und Union legte der Erzbischof grosses taktisches Geschick an den Tag. Er lavierte zwischen beiden und versagte sich einer offenen Stellungnahme. Im Hintergrund pflegte Jaeger aber teils enge Kontakte zu den politischen Akteuren. Auf klandestine Weise suchte der Erzbischof, seine eigenen politischen Ziele zu erreichen. Die Zielrichtung war klar: Die ?Durchsetzung christlicher Grundsaetze“ in der Gesellschaft und die Gegnerschaft zu den Parteien des sozialistischen und liberalen Lagers. Dabei stand Jaeger im steten Spannungsverhaeltnis zwischen dem Festhalten am eigenen Standpunkt und der notwendigen Flexibilitaet auf dem politischen Parkett. Am Beispiel des Paderborner Oberhirten Lorenz Jaeger wird so dem politischen Agieren eines katholischen Bischofs in der Nachkriegszeit und fruehen Bundesrepublik nachgespuert. Auf Basis lange unzugaenglicher Archivquellen wird hiermit auch ein detailliertes Bild vom Verhaeltnis zwischen Katholizismus und Politik in der deutschen Geschichte nach 1945 gezeichnet.