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Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Japan

Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Japan : Informelle Sozialisation als Zugang zur Vaterrolle. 日本における仕事と家族の両立

・ISBN 978-3-339-11018-3 Ppbk. EUR 98.80

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著者・編者Bienek, Tabea,
シリーズSOCIALIA - Studienreihe Soziologische Forschungsergebnisse
出版社(Kovac, GW)
出版年月2019
ページ数320 S.
言語GER
ニュース番号<654-1726 654-1982>

解説

Der durch den fortschreitenden demographischen Wandel verursachte Rueckgang an Erwerbsfaehigen rueckt die sozialwissenschaftliche Fragestellung des Themenfeldes Work-Life Balance (WLB) auch verstaerkt in den Fokus von Politik und Wirtschaft. In der medialen Berichterstattung wird der Begriff WLB meist synonym im Sinne einer Vereinbarkeit von Beruf und Familie verwendet, bezieht sich dabei jedoch insbesondere auf die Herausforderungen, denen Muetter im Spannungsfeld von Beruf und Familie begegnen. Dass Vaeter in aehnlicher Weise diesem Dilemma gegenueberstehen, wurde bislang in der Forschung weitgehend ignoriert. Die vorliegende Arbeit setzt an dieser Stelle an und rueckt am Beispiels Japans die Perspektive von Vaetern in den Vordergrund. Konkret stehen dabei die Gestaltungsmoeglichkeiten der Vaterrolle in Japan vor dem Hintergrund vaeterlicher Sozialisation im Zentrum der Untersuchung, d. h. auf welche Art und durch welche sozialen Akteure wird die Vaterrolle geformt. Um dem sinkenden Erwerbspersonenpotenzial entgegen zu wirken, entwickelte die japanische Regierung im Jahr 2010 eine ikumen-Kampagne, welche Vaeter foerdert, die sich neben ihrer Arbeit auch an der Kindererziehung beteiligen moechten. Diese gemeinsam mit der japanischen Wirtschaft betriebene formelle Sozialisation von Vaetern zeigt jedoch bislang wenig Wirkung. Die These der Arbeit ist daher, dass Initiativen wie diese auf der falschen Praemisse einer Regulierung von Oben basieren, tatsaechlich jedoch intrinsische Motivatoren der Vaeter, die sich auch im Wunsch nach Zusammengehoerigkeit und Identitaetsstiftung unter Gleichgesinnten niederschlagen, beim Gestaltungsprozess der Vaterrolle bedeutsam sind. Aus diesem Grund rueckt die vorliegende Arbeit insbesondere eine zivilgesellschaftliche Organisation namens NPO Fathering Japan ins Zentrum der Analyse. Anhand eigener qualitativer Daten aus dem Zeitraum Februar 2012 bis Juni 2014 wird mithilfe von Feldforschung, Dokumentenanalyse und computervermittelter Befragung gezeigt, wie zivilgesellschaftliche Organisationen in erster Linie informell auf die Vaterrolle einwirken. Informelle Sozialisatoren zeigen durch ihr zwar in der Gruppengemeinschaft organisiertes, aber sonst ungezwungenes und offenes Vorgehen Potenzial von Vaetern bevorzugt als Sozialisationsinstanz ausgewaehlt zu werden und auf diese Weise durch die individuelle Gestaltung der Vaterrolle zu einer zufriedenstellenden Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fuehren. Die vorliegende Arbeit betont die Reichweite informeller Sozialisation und leistet somit einen Beitrag zu Fragestellungen bezueglich der WLB von Vaetern in Japan sowie zur Sozialisationsforschung im Erwachsenenalter.