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Verstuemmelte Koerper?: Lebenswelten und soziale Praktiken von Kastratensaengern in Mitteleuropa 1712 - 1844.

Verstuemmelte Koerper?: Lebenswelten und soziale Praktiken von Kastratensaengern in Mitteleuropa 1712 - 1844.

・ISBN 978-3-525-31070-0 Geb. EUR 79.00

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著者・編者Blume, Johanna E.,
シリーズVeröffentlichungen des Instituts für europäische Geschichte Mainz
出版社(Vandenhoeck, GW)
出版年月2019
ページ数400 S.
言語GER
ニュース番号<651-L2693 651-P5955>

解説

Verstuemmelte Koerper? Kastratensaenger standen bislang vor allem im Mittelpunkt des Forschungsinteresses der Musik- und Theaterwissenschaften. Dabei wurden vor allem ihr Wirken auf den Buehnen des italienischen Musiktheaters des 17. und 18. Jahrhunderts oder die Rezeption der hohen Maennerstimme auf das barocke Publikum beleuchtet. Die vorliegende geschichtswissenschaftliche Studie konzentriert sich hingegen auf die Personen als soziale Akteure in der Spaetphase dieses Phaenomens im 18. und fruehen 19. Jahrhundert, wobei exemplarisch vier mitteleuropaeische Fuerstenhoefe (Wien, Muenchen, Dresden, Stuttgart) in den Blick genommen werden. In detaillierten Analysen der Lebenswelten des Hofes und der Residenzstadt faechert die Autorin auf, welchen hohen Stellenwert Kastratensaenger innerhalb der hoefischen Machtrepraesentation bis zum Schluss besassen, wie sie sich innerhalb hoefischer Anstellungsstrukturen immer wieder erneut positionierten, mit den Bewohnern der Residenzstaedte interagierten und welche wichtigen Rollen sie gegenueber Familienangehoerigen einnahmen. Insbesondere durch die Untersuchung des individuellen Umgangs mit dem vermeintlichen koerperlichen Defizit kann sie zeigen, dass die Annahme, Kastraten seien in der Endphase ihres Bestehens grundsaetzlich als defizitaere "verstuemmelte Koerper" wahrgenommen worden, revidiert werden muss. Auf diese Weise leistet die Autorin einen innovativen Beitrag zur Kultur- und Geschlechtergeschichte am UEbergang von der Fruehen Neuzeit ins 19. Jahrhundert.