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Lydien: Ein altanatolischer Staat zwischen Griechenland und dem Vorderen Orient.

Lydien: Ein altanatolischer Staat zwischen Griechenland und dem Vorderen Orient. リュディア -ギリシアと近東の間のアナトリアの国家-

・ISBN 978-3-11-043966-3 Geb. EUR 99.95

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電子版あり 大学・学術機関向け電子ブック(eBook)ISBN 978-3-11-043602-0

著者・編者Högemann, Peter / Oettinger, N.,
出版社(de Gruyter, GW)
出版年月2018
ページ数444 S.
言語GER
ニュース番号<647-2989 647-P6118>

解説

In diesem Buch wird das Reich der Lyder zum ersten Mal nicht mehr als Anhaengsel der Kolonialgeschichte Ioniens, naemlich als hellenisiertes Barbarenreich am oestlichen Rand der griechischen Kulturwelt, dargestellt, sondern als eigenstaendiges Mitglied des Alten Orients. Die Hochschaetzung des Orients, wie sie die griechische Dichterin Sappho fuer das Lydische Reich um 600 v. Chr. empfand, schlug nach dem Sieg ueber die Perser bei den Griechen in UEberheblichkeit um. Wer nicht Grieche war, der galt ab nun als Barbar. In Wirklichkeit aber waren die Lyder Traeger einer hohen Kultur gewesen. Durch unser wachsendes Verstaendnis der Inschriften in lydischer Sprache sowie von Goetternamen, Herrschertitel und anderem mehr beginnen naemlich in unserem Jahrzehnt zum ersten Mal auch die Lyder selbst zu uns zu sprechen. Es wird immer deutlicher, dass sie nicht nur in ihrer Sprache den Hethitern und Luwiern verwandt waren, sondern auch in ihrer geistigen und religioesen Kultur noch in deren Tradition standen. Deutlich wird das an den Goetternamen sowie den Staatsvertraegen, die durch die Lyder auch an Sparta und dann auch Athen vermittelt wurden. Die wichtigste Quelle fuer die Lyder bleibt aber nach wie vor der griechische Historiker Herodot, auch wenn er erst mehr als 120 Jahre nach dem Untergang des Lydischen Reiches schrieb. Erst er entwarf in seinem Geschichtswerk das zeitliche und raeumliche Koordinatensystem, in dem er auch das Lyderreich verorten konnte. Angeregt wurde er dazu durch den schnellen Wechsel der Ereignisse innerhalb dieser 120 Jahre, was ihn auf die Idee des Kreislaufs (kyklos) der menschlichen Dinge brachte, und nicht zufaellig steht das lydische Reich in seinem Geschichtswerk an erster Stelle.

Was wir heute besser erkennen koennen als Herodot zu seiner Zeit, das ist die relative Einheitlichkeit der Staaten des Alten Orients, die zur Zeit des Lydischen Reiches bestand. Der orientalische Raum hat naemlich wegen der Bedrohung durch iranische Reitervoelker im Norden und arabische Kamelreiter im Sueden relativ gleichfoermige Einrichtungen geschaffen, insbesondere durch die Aufstellung einer regulaeren Reiterei als Teilstreitkraft seiner Heere. Aber auch sonst wird in diesem Buch versucht, aus unserem heutigen Wissen ueber den Alten Orient im Allgemeinen und die Hethiter im Besonderen heraus die Aussagen Herodots besser zu verstehen und nicht selten auch in ihrer griechisch ausgerichteten Sinnrichtung zu korrigieren. Dabei galt aber immer das Prinzip des Respekts gegenueber dieser unersetzlichen Quelle.