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Debatten um die Todesstrafe in der Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis 1990.

Debatten um die Todesstrafe in der Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis 1990. ドイツでの死刑論争 1949~90年

・ISBN 978-3-11-024876-0 Geb. EUR 84.95

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電子版あり 大学・学術機関向け電子ブック(eBook)ISBN 978-3-11-024877-7

著者・編者Hötzel, Yvonne,
シリーズJuristische Zeitgeschichte. Abteilung 3: Beiträge zur modernen deutschen Strafgesetzgebung
出版社(de Gruyter, GW)
出版年月2010
ページ数XII, 358 S.
言語GER
ニュース番号<584-1081 596-965>

解説

Mit Artikel 102 des Grundgesetzes fand nach fast 100 Jahren abolitionistischer Reformbestrebungen die Zulassung der Todesstrafe ihr verfassungsrechtliches Ende. Was waren die Gruende fuer die ueberraschende Entscheidung des damaligen Gesetzgebers, entgegen der zu jener Zeit vorherrschenden Volksstimmung zugunsten der Todesstrafe, die hoechste Strafe abzuschaffen. Welche Auswirkungen hatte das Verfassungsverbot auf die diese Regelung ablehnende Bevoelkerung? Untersucht wird insbesondere die Entwicklung der parlamentarischen und oeffentlichen Meinungsbildung in der Zeit von 1949 bis 1990 zur Frage der erneuten Anwendung der Todesstrafe. Denn trotz der eindeutigen Regelung des Artikels 102, die nur mit einer verfassungsaendernden Mehrheit in Bundestag und Bundesrat beseitigt werden kann, wurde die Regelung seit Beginn der 50er Jahre bis hinein in die 70er Jahre immer wieder durch Politik, Presse und OEffentlichkeit kontrovers diskutiert. Angeheizt durch teils aufsehenerregende Verbrechen gab es zahlreiche Versuche, die verfassungsrechtliche Entscheidung rueckgaengig zu machen. Erst in den spaeten 70er Jahren stellte sich eine stabile Mehrheit gegen die erneute Einfuehrung der Todesstrafe ein. Das ehemals heftig kritisierte Verfassungsverbot hatte sich zu einem von der Mehrheit des Volkes allgemein anerkannten Rechtsgrundsatz entwickelt. Anhand parlamentarischer Debatten, Akten des Bundesjustizministeriums sowie der Auswertung der Tagespresse und demoskopischer Erhebungen versucht die Arbeit Erkenntnisse zu Motivationen und Ansichten zu geben, warum die Politik trotz der fehlenden UEbereinstimmung mit der oeffentlichen Meinung an ihrer Entscheidung unbeirrt festhielt, die Bevoelkerung das Verfassungsverbot erst Jahrzehnte nach seinem Inkrafttreten akzeptierte und diese Entwicklung schliesslich dazu fuehrte, dass die Bundesrepublik Deutschland fortan auch ueber ihr Territorium hinaus fuer die AEchtung der Todesstrafe eintrat.