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Der eingebildete Dritte

Der eingebildete Dritte : Eine Argumentationsfigur im Zivilrecht.

・ISBN 978-3-16-149418-5 Brosch. EUR 74.00

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電子版あり 大学・学術機関向け電子ブック(eBook)ISBN 978-3-16-159720-6

著者・編者Barnert, Elena,
シリーズGrundlagen der Rechtswissenschaft
出版社(Mohr, GW)
出版年月2008
ページ数281 S.
言語GER
ニュース番号<548-L174>

解説

Elena Barnert behandelt den richterlichen Rekurs auf einen objektiven, verstaendigen oder sorgfaeltigen Menschen. Dieser fiktive Massstabstraeger, den der Zivilrichter etwa zur Beantwortung von Fahrlaessigkeits- oder Auslegungsfragen entwirft und seiner Urteilsbegruendung zugrundelegt, wird als "Dritter" bezeichnet, weil er als 'idealer' Rechtsakteur zu den Prozessparteien hinzutritt. Er ist also ein Konstrukt, ein Produkt planmaessiger Phantasie. Die Autorin untersucht den "eingebildeten Dritten" zunaechst in abstracto, u.a. unter rechtsmethodologischem, ideengeschichtlichem und sprachwissenschaftlichem Aspekt. Anschliessend geht es - unter den Rubriken Handlung, Verstaendnis, Wille und Gefuehl - darum, wann und wie der Zivilrichter mit Blick auf die besondere Materie des Rechtsfalles den spezifischen modellhaften Dritten formt und in concreto strategisch-rechtspraktisch einsetzt. Ein wesentlicher Gesichtspunkt bei der Konzeption des jeweils massgebenden Dritten ist Sinn und Zweck der streitrelevanten Normen: Der Dritte im Wettbewerbs- oder Kapitalmarktrecht beispielsweise ist klueger und informierter als der Dritte in originaer verbraucherschutzrechtlichem Kontext, weil hier nur der Abgleich mit einer eher schlichten, dort nur die Anlehnung an eine eher kenntnisreiche Modellfigur zur Verwirklichung der (letztlich richterlich definierten) ratio legis verhelfen kann. Als typisierender Gradmesser ist der Dritte strukturell stets der gleiche; als dynamisches Kriterium mit fallentscheidender Kraft aber ist er eine Schablone fuer Zuschreibungen unterschiedlichster Art - je nach Kontext, normativem Umfeld und avisiertem Resultat der Urteilsfindung.