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Maennlichkeiten - Gemeinschaften - Nationen : Historische Studien zur Geschlechterordnung des Nationalen.
・ISBN 978-3-8100-3544-8 Kart. EUR 51.39
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★★★
| 著者・編者 | Lenz, Claudia (Hrsg.), |
|---|---|
| 出版社 | (Leske + Budrich, GW) |
| 出版年月 | 2002 |
| ページ数 | 150 S. |
| 言語 | GER |
| ニュース番号 | <490-L442> |
解説
Dabei begegnen sich in den Vorstellungen von mythischer Gemeinschaft heterogene Traditionen: Die Leitbilder eines guten, kollektiven Lebens ver- binden sich mit totalitaeren, voelkischen und nationalen Hypostasen. So kann Gemeinschaft etwa als idealtypische Form direkter Demokratie angerufen werden oder aber einer plebiszitaeren Ermaechtigung eines autoritaeren (Fuehrer- )Staates durch die ,Volksgemeinschaft' dienen. Nach wie vor berufen sich moderne Gesellschaften auf das Volk als eine ,(transzendente) Einheit', um ihre Legitimitaet zu begruenden. Daher ist es fuer ein Denken des Politischen wichtig, sich an einem Gemeinschaftsbegriff zu orientieren, der seine Desym- bolisierung anstrebt und die machtgestuetzten Rituale der Identitaetsstiftung zu 4 unterlaufen sucht. Gemeinschaft von Gleichen: Vertragstheoretische Modelle Das Denken einer urspruenglichen Gemeinschaft von Gleichen war bereits in vertragstheoretischen Begruendungen des modernen Staates angelegt: Im Akt der ersten UEbereinkunft spiegeln sich die Mitglieder der ,Gruendungsgemein- schaft' gegenseitig und mit der wechselseitigen Unterstellung gleicher Inter- essen verfestigt sich eine Gemeinsamkeit, die den "Urvertrag" einer allgemei- 5 nen Gesetzgebung stiften soll. Der blinde Fleck dieser vertragstheoretischen Deduktion ist jedoch, dass sie Subjekte voraussetzt, die alle gleich sein sollen. Eine solche staatstheoretische Denktradition mit ihren Forderungen nach ei- ner homogenen Gemeinschaft konnte gerade in Deutschland in die problema- tische Affirmation einer idealisierten "UEberparteilichkeit" muenden, die Aus- einandersetzungen um soziale, geschlechtliche und religioese Rechte im Na- 6 men des nationalen Ganzen nachhaltig diskreditierte.