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Gefaehrdete Jugendliche?

Gefaehrdete Jugendliche? : Jugend, Kriminalitaet und der Ruf nach Strafe.

・ISBN 978-3-8100-3177-8 Kart. EUR 37.37

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著者・編者Bettinger, Frank / Mansfeld, Cornelia / Jansen, Mechtild M. (Hrsg.),
出版社(Leske + Budrich, GW)
出版年月2002
ページ数155 S.
言語GER
ニュース番号<479-L194>

解説

Sich mit Jugendkriminalitaet analysierend und verstehend zu beschaeftigen, setzt voraus, ein Knaeuel unterschiedlichster Einfluesse, Bedingungen und In- teressen zu entwirren. Jugendkriminalitaet ist auffallig haeufig Gegenstand der oeffentlichen Dis- kussion. Von Medien wie auch Politikern wird dieses Thema eingebracht. Ei- ne UEberpruefung der veroeffentlichten Daten zeigt fast regelmaessig, dass die Hy- pothese einer immer staerker und immer juenger kriminell werdenden Jugend, wie sie in bestimmten Medien propagiert wird, nicht haltbar ist. Dennoch kann man damit rechnen, dass sie einige Monate spaeter wieder in die Debatte eingebracht werden wird. Aus dieser Beobachtung entsteht die Frage, warum Jugendkriminalitaet poli- tisch in einer Form thematisiert wird, die dem tatsaechlichen Vorkommen nicht gerecht wird und ausserdem Lebenslagen von Jugendlichen nicht in den Blick nimmt. Denn dies ist ein weiteres Merkmal der oeffentlichen Diskurse: Die Le- benssituation von Jugendlichen wird kaum beruecksichtigt und Interessen und Wuensche der jungen Generation werden nicht zur Kenntnis genommen. Auch stellt sich die Frage, warum eine sachlich nicht nachvollziehbare Debatte so oft in eine Forderung nach haerterer Bestrafung muendet, also prak- tische Konsequenzen in Bezug auf einen nicht nachweisbaren Tatbestand ver- langt werden. Aus den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Perspektiven ist ein haerteres Strafen fragwuerdig: Aus juristischer Sicht muss es rechtsstaatlieh legitimierbar sein, die Strafforderungen in der politischen Diskussion sind es aber haeufig nicht. Aus kriminologischer wie auch aus paedagogischer Sicht verfehlen gerade die geforderten harten Strafen die beabsichtigte Wirkung.