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Die angepasstern Provokateure

Die angepasstern Provokateure : Aufstieg und Niedergang der rechtsextremen DVU als Protestpartei im polarisierten Parteiensystem Sachsen-Anhalts.

・ISBN 978-3-8100-2973-7 Kart. EUR 51.39

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著者・編者Holtmann, Everhard,
出版社(Leske + Budrich, GW)
出版年月2002
ページ数183 S.
言語GER
ニュース番号<475-1119>

解説

Als am fruehen Abend des Wahlsonntags vom 26. April 1998 feststand, dass es der rechtsextremen DVU gelungen war, bei den Landtagswahlen in Sachsen- Anhalt aus dem Stand fast 13 Prozent der gueltigen Stimmen zu erringen und mit 16 Abgeordneten in das Landesparlament einzuziehen, hatte dies die Wirkung eines politischen Paukenschlags, dessen oeffentlicher Widerhall bis in die Berichterstattung bedeutender Printmedien der USA hinein reichte. Im Tenor der oeffentlichen Wahrnehmung ueberwog seinerzeit zeitweilig die Sor- ge, dass das neue, noch instabile ostdeutsche Parteiensystem, aehnlich wie das Parteiensystem der Weimarer Republik, von den extremen Raendern her auf- gerollt werden, dass gar die noch junge ostdeutsche Demokratie in ernste Bedraengnis geraten koennte. Als gut dreieinhalb Jahre spaeter, Anfang Februar 2002, der DVU-Lan- desvorsitzende ankuendigte, dass die DVU bei den Landtagswahlen im April dieses Jahres nicht mehr antreten werde und diesen Verzicht mit personeller wie finanzieller Auszehrung begruendete, wurde diese parteipolitische Kon- kursanmeldung allenfalls in den regionalen Medien, und auch dort ohne er- sichtliche UEberraschung, registriert. Die - im deutschen Parteiensystem der Nachkriegszeit bislang einmalige - Ankuendigung des freiwilligen Wahlver- zichts einer auch nach mehrfacher Spaltung immer noch in Fraktionsstaerke im Parlament sitzenden Partei erschien zu diesem Zeitpunkt als logischer Abschluss eines Prozesses fortlaufender Selbstzerstoerung und rapider Einbu- ssen an Waehlersympathien. Bei einer im MailJuni 2000 vom Institut fuer Poli- tikwissenschaft der Martin-Luther-Universitaet Halle-Wittenberg im Auftrag des Praesidenten des Landtags von Sachsen-Anhalt durchgefuehrten repraesen- tativen Umfrage lagen beide rechtsextremenParteien, die DVU und ihre 1 Abspaltung FDVP, zusammen bereits deutlich unter der 5-Prozent-Schwelle.