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Frauenbefreiung und Rassenideologie

Frauenbefreiung und Rassenideologie : Rassenhygiene und Eugenik im politischen Programm der "Radikalen Frauenbewegung" (1900 - 1933).

・ISBN 978-3-8244-4172-3 Brosch.

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著者・編者Herlitzius, Anette
出版社(Deutscher Univ.-Vlg., GW)
出版年月1995
ページ数374 S.
言語GER
ニュース番号<414-1328>

解説

Mit Beginn der neunziger Jahre lassen sich auch in Deutschland verstaerkt bedenkliche Auswirkungen des Bemuehens um "politische Korrektheit" registrieren. Was als Antidiskriminierungsstrategie gedacht war und gesell- schaftliche Minderheiten schuetzen wie auch sozial Benachteiligten helfen sollte, entpuppt sich unversehens als Sprachregelungsanspruch, wenn nicht gar als Denkverbot und fuehrt haeufig zu vorauseilender Selbstzensur. Die Gefahr besteht insbesondere dann, wenn historische Analysen der Entstehung und Entwicklung sozialer und politischer Bewegungen zu Zwecken der Traditionsstiftung missbraucht werden. Mit (un)schoener Regelmaessigkeit werden die dunklen Kapitel verdraengt, es wird geklittert und abgeleugnet. Eine Legende entsteht. Dieses Buch leistet einer Legendenbildung um Ursachenzusammenhaenge der Frauenbewegung nicht nur keinen Vorschub, es thematisiert ausdruecklich jene Diskrepanzen, Ambivalenzen und Widersprueche der scheinbar unvertraeglichen Kombination rassenhygienisch-eugenischen und frauenemanzipatorischen Denkens der als "Radikale" bezeichneten 'linken' Gruppierung der Ersten deutschen Frauenbewegung. Um die Amalgamierung fortschrittlicher frauenpolitischer und konserva- tiv-rassistischer Elemente in der Position der "Radikalen" schwerpunktmae- Vorwort 10 ssig am Beispiel Helene Stoeckers analysieren zu koennen, werden vorab auch heute heftig umstrittene Themen des rassenhygienisch-eugenischen Diskurses eroertert. Nach der Darstellung der historischen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Grundlagen von Rassenhygiene und Eugenik und ihrer Entwicklung in Wilheminischer Zeit und in der Weimarer Republik wird im Gegensatz zur weit verbreiteten Sichtweise der soziologische Hintergrund des ueblicherweise einseitig als biologistisches Legitimationsmuster etikettierten Sozialdarwinismus betont und der Nachweis des Wissenschaftschaftscharakters von Rassenhygiene und Eugenik gefuehrt. Nach der Rekonstruktion des Zusammenwirkens dieser Wissenschaften mit Sozialpolitik, Sozialkontrollinstanzen und Gesellschaftspolitik als moderner Form von Herrschaftsausuebung erfolgt eine Darlegung der gesellschaftssanitaer-"ausmerzenden" Zielsetzungen im Rahmen der politisch fortschrittlichen Gesundheitspolitik.